Markthalle I – Die Zentrale Markthalle (1886–1963)
Die Markthalle I, eröffnet im Jahr 1886, war die erste kommunale Markthalle Berlins. Sie befand sich zwischen der heutigen Karl-Marx-Allee und der Rochstraße, in unmittelbarer Nähe des Alexanderplatzes. Mit einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern und Platz für mehr als 500 Verkaufsstände war sie ein Musterbeispiel moderner Stadtplanung und galt als Vorzeigeprojekt der Berliner Lebensmittelversorgung.
Die Halle war ein technisches und organisatorisches Novum: Eine Dachkonstruktion aus Eisen und Glas ermöglichte helle, luftige Innenräume. Ausgestattet mit Wasseranschlüssen, Abflüssen und Belüftungssystemen erfüllte sie erstmals hygienische Standards, die für den Lebensmittelhandel als vorbildlich galten. Sie diente nicht nur dem Einzelhandel, sondern war auch Umschlagplatz für den Großhandel und vernetzte durch den noch sichtbaren Gleisanschluss die Stadt mit dem landwirtschaftlichen Umland.