Café Helms – Bohnen, Boudoirs und bürgerliche Blicke
Das Café Helms war ab dem späten 18. Jahrhundert so etwas wie die erste Adresse für Berliner Stadtflaneure. Es war mehr als ein Kaffeelokal – es war ein sozialer Aussichtspunkt, ein urbaner Balkon mit Blick auf das preußische Machtzentrum, das rote Schloss und die Schinkelsche Bauakademie
Hier trafen sich Künstler, Beamte, Touristen und solche, die dafür gehalten werden wollten. Man sprach über Theater, Politik, die neueste Oper von Spontini – und natürlich darüber, wer im Schloss ein- und ausgeht. Die Fensterplätze galten als begehrt, die Pralinen als legendär, und die Kellner als so preußisch wie höflich.
Man könnte sagen: das Café Helms war Berlins Antwort auf das Wiener Kaffeehaus – nur mit mehr Blick auf Militärparaden und weniger Schlagobers.